Ratgeber für HR

Mitarbeiter-Challenge: So machen nicht nur die Sportlichen mit.

Formate, Ablauf und Regeln für eine Challenge, bei der Büro, Lager und Außendienst gemeinsam dabei sind und die Firma trotzdem nur anonyme Gruppenwerte sieht.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten

Was eine Mitarbeiter-Challenge leisten soll

Eine Mitarbeiter-Challenge ist ein zeitlich begrenzter Wettbewerb, in dem Beschäftigte gemeinsam aktiv werden: einzeln, im Team oder Abteilung gegen Abteilung. Das Ziel ist nicht der schnellste Marathon, sondern mehr Bewegung im Alltag und ein besseres Miteinander.

In der Praxis scheitern viele Challenges an denselben Punkten: Es machen vor allem die ohnehin Sportlichen mit, nach der zweiten Woche schläft die Hälfte ein, und Radfahrer, Schwimmerinnen oder Kollegen ohne Sportuhr fühlen sich benachteiligt. Wer das von Anfang an mitdenkt, erreicht deutlich mehr Leute.

Fünf Formate im Vergleich

FormatGut fürSchwäche
SchritteEinfacher Einstieg, jedes Handy zähltRad, Schwimmen und Kraftsport zählen nicht, leicht zu schummeln
KilometerLauf- und RadteamsBevorzugt Radfahrer, schließt viele Sportarten aus
MinutenAlle SportartenEin Spaziergang zählt so viel wie ein Intervalltraining
Punkte über alle SportartenFairer Vergleich, jede Bewegung zähltBraucht eine offene, verständliche Formel
Teilnahme (Aktivquote)Firmen und Abteilungen unabhängig von ihrer Größe vergleichenZeigt nicht, wer am meisten leistet, das ist aber gewollt

Die beste Lösung kombiniert die letzten beiden: Punkte für den Einzelnen, damit sich Einsatz lohnt, und die Aktivquote für Teams und Firmen, damit jede aktive Person gleich viel zählt. Genau so ist die Ligaroo-Formel gebaut.

So läuft eine Mitarbeiter-Challenge ab

  1. Ziel festlegen. Wollt ihr mehr Bewegung, mehr Austausch zwischen Abteilungen oder einen Anlass für die Arbeitgebermarke? Ein klares Ziel entscheidet über das Format.
  2. Format und Regeln wählen. Einzel- und Teamwertung, Dauer, welche Sportarten zählen, wie Handeinträge begrenzt werden.
  3. Datenschutz klären. Freiwillige Teilnahme, nur Gruppenwerte für die Firma, Betriebsrat früh einbinden.
  4. Kick-off feiern. Eine kurze Rundmail reicht nicht. Ein Aushang, ein Termin und ein Gesicht, das die Challenge trägt, machen den Unterschied.
  5. Vier Wochen dranbleiben. Wöchentliche Zwischenstände, kleine Zusatzaufgaben und sichtbare Ranglisten halten die Spannung.
  6. Auswerten und feiern. Wie viele waren aktiv, wie hat sich die Aktivquote entwickelt, welche Abteilung hat gewonnen? Daraus wird die nächste Runde.

Fair für alle: Worauf es bei der Wertung ankommt

  • Jede Sportart muss zählen. Wer schwimmt, Fußball spielt oder ins Studio geht, darf nicht leer ausgehen.
  • Regelmäßigkeit belohnen. Ein Tagesbonus für 20 Minuten Bewegung holt Einsteiger ab, die nie an die Spitze kommen würden.
  • Teams pro Kopf vergleichen. Sonst gewinnt immer die größte Abteilung.
  • Schummeln begrenzen. Gemessene Aktivitäten ohne Obergrenze, Handeinträge nur in Maßen.
  • Altersklassen und Duos. Eigene Wertungen geben mehr Leuten eine echte Chance.

Ideen, damit es Spaß macht

  • Abteilungsduell: Vertrieb gegen Lager, Büro gegen Werkstatt.
  • Duo-Wertung: Zwei Kolleginnen oder Kollegen sammeln gemeinsam.
  • Schietwetter-Bonus: Wer bei Regen raus geht, bekommt ein Abzeichen.
  • Beat the Pro: Wer schlägt in einem Monat einen Profisportler?
  • Finale mit Siegerehrung: Ein gemeinsamer Lauf, eine Urkunde, ein Foto für die Karriereseite.

Datenschutz und Betriebsrat

Bewegungsdaten sind sensibel. Die Teilnahme muss freiwillig sein, und die Firma sollte nur zusammengefasste Werte sehen. Erfasst eine App Verhaltens- oder Leistungsdaten, hat der Betriebsrat nach dem Betriebsverfassungsgesetz ein Mitbestimmungsrecht. Wer ihn früh einbindet, spart später Diskussionen. Bei Ligaroo sieht HR nur Gruppenwerte ab 5 Personen, und die Daten werden in Deutschland gespeichert.

Häufige Fragen

Wie lange sollte eine Mitarbeiter-Challenge dauern?

Vier Wochen haben sich bewährt: lang genug, damit Bewegung zur Gewohnheit wird, kurz genug, damit die Spannung hält. Wer dauerhaft etwas verändern will, macht daraus eine Liga mit einer Wertung pro Monat.

Müssen alle Mitarbeitenden eine Sportuhr haben?

Nein. Ein Smartphone zählt Schritte, und Sportarten wie Fußball, Yoga oder Krafttraining lassen sich per Foto-Check-in eintragen. Wer eine Uhr hat, verbindet sie einfach.

Darf der Arbeitgeber sehen, wer wie viel trainiert?

Das sollte er nicht. Eine gute Challenge zeigt der Firma nur Gruppenwerte, bei Ligaroo erst ab 5 Personen. Einzelne Leistungen bleiben privat.

Muss der Betriebsrat zustimmen?

Wenn eine App Verhaltens- oder Leistungsdaten erfasst, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht. Bindet ihn früh ein, am besten mit einer kurzen Betriebsvereinbarung.

Was kostet eine Mitarbeiter-Challenge?

Die Spanne ist groß, von kostenlosen Schrittzähler-Aktionen bis zu mehreren Hundert Euro im Monat. Bei Ligaroo hängt der Preis nur von der Firmengröße ab, bis 9 Mitarbeitende ist es kostenlos.